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Silikonimplantate

Silikonimplantate werden in Europa ganz klar favorisiert: Ihr Marktanteil liegt bei ca. 90%! In der Hauptsache handelt es sich dabei um kohäsive Silikongel-Implantate (ab 4. Generation Silikonimplantate). Die Kohäsivität verhindert dabei das Risiko des Silikon-Auslaufens.

2 Brustimplantate
Brustimplantate mit Silikonfüllung

Auslaufen von Silikonimplantaten

Der Silikonverbund der modernen Brustimplantate (ab 4. Generation) lässt das Silikon nicht auslaufen und verleiht dazu noch eine besser Formstabilität. Besonders bei den flüssigen Silikonfüllungen (der 2. Generation Silikonimplantate) war das nämlich ein großes Problem.

Wenn solches Silikon in die Kapseltasche austritt, bilden sich gewebe-reizende Klumpen, was zu Narbenbildung und Verkleinerung des Volumens führen kann.

Silikonimplantate können unterschiedlich fest sein

Bei den modernen Implantaten gibt es aber auch verschiedene Festigkeitsgrade. Je dünnflüssiger der Implantatinhalt ist, desto leichter sinkt er zu Boden des Implantates ab und wirkt somit natürlicher. Je kohäsiver, desto formstabiler und sicherer.

Natürliches Aussehen nach OP, auch bei wenig eigener Brust

Durch Silikonfüllungen kann eine sehr gute natürliche Formgebung auch bei geringer Weichteildeckung (primär kleine Brüste, Mammarekonstruktion) erzielt werden. Die Brüste wirken auch bei Bewegung natürlich. Das Risiko von Fältelungen um das Implantat soll gegenüber Kochsalzlösung-gefüllten Implantaten niedriger sein. Sie dürften bei der Positionierung oberhalb des Brustmuskels zu bevorzugen sein.

Implantat-Festigkeit ist individuell vom Chirurg abzustimmen

Welcher Festigkeitsgrad am besten geeignet ist, ist individuell bestimmbar und wird wie vieles in der Medizin kontrovers diskutiert. Hierbei muss sich die Patientin ganz einfach auf das Beurteilungsvermögen ihres plastischen Chirurgen verlassen.

Flüssiges Silikon-Gel (2. Generation) wird fast gar nicht mehr verwendet, da die Probleme überwiegen:
  1. Das Risiko des Auslaufens bei beschädigten Implantaten ist hoch
  2. Die Haltbarkeit ist wesentlich geringer
  3. Die Häufigkeit von Kapselfibrosen ist sehr hoch

Folgende Vor- und Nachteile von silikongefüllten Brustimplantaten beziehen sich auf Implantate ab der 4. Generation (moderne Silikonimplantate):

Vorteile
  • Sicherheit vor Auslaufen
  • Gute Ausformung
  • Natürliche Haptik und Optik
  • Langfristige Formstabilität
  • Auch bei primär kleinen Brüsten oder Mammarekonstruktionen geeignet
Nachteile
  • Etwas erschwertere Einbringung (evtl. grösserer Schnitt nötig)
  • Gesundheitliches Risiko bei Austritt nicht sicher auszuschliessen
  • Teurer als mit Kochsalzlösung gefüllte Implantate

Nach PIP-Skandal: Silikonimplantate in Verruf

In diesem Zusammenhang muss auf den Silikonimplantat-Skandal hingewiesen werden, der nach der Verwendung von gefährlichem Industriesilikon in Brustimplantaten der Firma PIP (Poly Implant Prothese) bereits im Jahr 2009 aufgedeckt wurde. Die Firma des Hersteller wurde im Jahr 2010 geschlossen. Nicht nur, dass diese Implantate eine stark erhöhte Gefahr des Auslaufens der Silikonfüllung aufweisen, sondern das verwendete Billig-Industriesilikon selbst (anders als das medizinische Silikon, dass für Brustimplantate die Zulassung hat) ist auch besonders gesundheitsgefährdend! Es kann beispielsweise schwere Entzündungen auslösen. Insbesondere nach der Veröffentlichung im Jahr 2011 von Krebserkrankungen bei Patienten, die PIP-Implantate mit Billigsilikon erhalten hatten, werden die Auswirkungen des aus Kostenersparnis eingesetzten Materials nun intensiv wissenschaftlich untersucht.

Betroffene sollten PIP-Implantate besser entfernen lassen

Für die Implantate der Firma PIP, gegen dessen Inhaber Anklage erhoben wurde, haben die Gesundheitsbehörden in Frankreich und Deutschland die Empfehlung der Entfernung ausgesprochen.
Solange das Silikon nicht ausläuft, liegt durch den Schutz der Implantathülle zwar kein direktes Gesundheitsrisiko vor, aber die Vorstellung, mit einer “Zeitbombe” im Köper zu leben, wird sicherlich zu einem Austausch aller PIP-Implantate weltweit führen. Man kann auch davon ausgehen, dass durch den Silikonskandal in Europa künftig vermehrt Kochsalz-Implantate eingesetzt werden. Kosten durch die Therapie von gesundheitlichen Schäden dürften – da diese aufgrund der Insolvenz von PIP nicht begleichbar sind – letztendlich durch die Krankenkasse abgedeckt werden.

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